R2K-Klim

ZLV bei der GeoAI 2026

Am 4. Juni 2026 präsentierte das ZLV auf der Konferenz GeoAI 2026 im belgischen Gent neue Forschungsergebnisse dazu, wie Starkregen den Stadtverkehr weit über direkt überflutete Straßen hinaus beeinträchtigen kann. Der Beitrag mit dem Titel „Urban Road Network Resilience under Heavy Rainfall: Identifying Critical Links Using Spatio-Temporal Graph Neural Networks“ untersucht am Beispiel von Duisburg, wie Städte ihre Verkehrssysteme besser auf extreme Wetterereignisse vorbereiten können.

Die Studie analysierte, was passiert, wenn starker Regen die Kapazität von Straßen verringert, bestimmte Verbindungen unpassierbar macht und Autofahrerinnen und Autofahrer zu Ausweichrouten zwingt. Statt nur überflutete Straßen zu identifizieren, untersuchten die Forschenden, wie sich Störungen im Laufe der Zeit im gesamten Straßennetz ausbreiten. Dafür kombinierten sie Überflutungssimulationen, Verkehrsmodellierung, künstliche Intelligenz und ein Verfahren, das nachverfolgt, wie sich Probleme von einem Straßenabschnitt auf andere übertragen. Die Ergebnisse zeigen: Selbst wenn die durchschnittlichen Geschwindigkeiten nur moderat sinken, können die gesamten Reisezeiten stark ansteigen, weil sich Staus aufbauen und ausbreiten. Besonders kritisch sind zentrale Straßen, wichtige Zufahrtsrouten sowie bedeutende Sammel-, Verteiler- und Hauptverkehrsstraßen.

Die Ergebnisse machen außerdem deutlich, dass der Zeitpunkt des Starkregens eine große Rolle spielt. Während der abendlichen Hauptverkehrszeit traten deutlich großflächigere und schwerwiegendere Störungsmuster auf als am Morgen, insbesondere bei sehr starkem Regen von 90 Millimetern pro Stunde. Für Stadtplanung, Verkehrsmanagement und Einsatzkräfte bietet die Forschung einen praktischen Ansatz, um Straßenabschnitte zu erkennen, die vorrangig angepasst, überwacht oder in Notfallplänen berücksichtigt werden sollten. Insgesamt zeigt die Studie, wie GeoAI – also geografische künstliche Intelligenz – Städte dabei unterstützen kann, Klimarisiken besser zu verstehen und ihre Infrastruktur widerstandsfähiger gegen zunehmende Extremwetterereignisse zu machen.

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