Bei der diesjährigen European Geosciences Union (EGU) General Assembly vom 03.–08.05.2026 in Wien kamen rund 20.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, um über eine große Bandbreite an Themen von Erdsystemen über steigende Naturgefahren bis hin zu Klimaanpassungsmaßnahmen zu lernen und zu diskutieren. Das FiW präsentierte in diesem Kontext Ergebnisse aus dem BMFTR-geförderten Projekt R2K-Klim+ und stellte die entwickelte Methodik zur GIS-basierten Entscheidungsunterstützung zur Priorisierung von Klimaanpassungsmaßnahmen für Kommunen vor. Wir haben uns gefreut, an der Veranstaltung teilnehmen und unsere Arbeiten in den fachlichen Austausch einbringen zu können.
Unter dem Titel „From climate data to municipal decisions: a GIS-based decision support system for prioritising urban adaptation measures” stellte Dr. Mark Braun das die integrierte Bewertungsmethodik hinter dem webbasierten Entscheidungsunterstützungssystem KLAUS (KLimaAnpassung Urbaner Systeme) des Forschungsprojekts R2K-Klim+ vor. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kommunen Klimaanpassungsmaßnahmen systematisch bewerten und priorisieren können.
Im Rahmen von R2K-Klim+ entstand gemeinsam mit der Stadt Duisburg ein praxisnahes Werkzeug, das klimarelevante Informationen in einer interaktiven Kartenanwendung bündelt und damit eine transparente sowie sektorübergreifende Bewertung von Klimarisiken ermöglicht. Ziel ist es, kommunale Akteurinnen und Akteure dabei zu unterstützen, Anpassungsmaßnahmen trotz begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen zielgerichtet zu priorisieren.
Im Vortrag wurden sowohl die methodischen Grundlagen als auch konkrete Anwendungsbeispiele aus Duisburg vorgestellt. Dazu zählen unter anderem die Identifikation geeigneter Standorte für neue Trinkwasserbrunnen unter Berücksichtigung klimatischer Belastungen und vulnerabler Bevölkerungsgruppen, die räumliche Ermittlung von Defizitgebieten für gezielte Fördermaßnahmen sowie die Nutzung von Starkregensimulationen zur Unterstützung der Siedlungsentwässerung. Anhand von Einblicken in die Webanwendung wurde gezeigt, wie wissenschaftliche Analysen in verständliche und praxisnahe Entscheidungsgrundlagen für die kommunale Klimaanpassung übersetzt werden können.
Neben den fachlichen Diskussionen im Anschluss an die Präsentation bot die EGU26 zudem die Gelegenheit, Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten zu Klimaentwicklung und Klimaanpassung zu gewinnen sowie neue Kontakte innerhalb der internationalen Fachcommunity zu knüpfen. Wir bedanken uns für die Möglichkeit, unsere Arbeit auf der EGU26 vorzustellen, und freuen uns bereits auf eine Teilnahme im kommenden Jahr.